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Beiträge

Die Energiewende findet dezentral statt

13. November 2012/in Erneuerbare Energien /von Energiewendeverein Starnberg

Vom 7. bis 9. November fand die 3rd Dii Desert Energy Conference in Berlin statt. Es wurden viele Prominente und Sponsoren begrüßt, die bisher versucht haben, eine Energiewende hin zu einer dezentralen Energieversorgung zu verhindern oder aufzuschieben. Aktuelle Beispiele sind die Beibehaltung Angriffe von Bundeswirtschaftsminister Rösler oder EU-Energie-Kommissar Oettinger gegen eine Beibehaltung des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG). Das EEG ist eines der erfolgreichsten Instrumente zur Förderung Erneuerbarer Energien und wurde von vielen Ländern übernommen.
„Die gegenwärtige Phase der Energiewende wird dereinst historisch als diejenige bezeichnet werden, in der darum gerungen wurde, ob sich die Erneuerbaren Energien an das fossil-nukleare hochzentralisierte Funktionssystem der vergangenen Jahrzehnte einpassen oder sich das zukünftige System an die größte Chance der Erneuerbaren anpasst, den Strom nah am Verbrauch und damit dezentral zu erzeugen“, meint Dr. Axel Berg, Vorsitzender der deutschen EUROSOLAR-Sektion.
Die Versprechen der Desertec-Initiative erwiesen sich stets als unerfüllbar: Keine Rede mehr von den achtzig bis hundert neuen Stromtrassen mit eine Länge von je 3000 – 5000 Kilometern. Stattdessen soll die alte Verbindung zwischen Afrika und Europa in der schmalen Straße von Gibraltar wiederbelebt werden. Anstatt der Stromerzeugung von 15 % des europäischen Verbrauchs bis 2050, ist die Rede von einem überschaubaren Projekt in Marokko für Marokko. Siemens als technischer Konsortialführer hat sich bereits aus Desertec zurückgezogen.
Afrika selbst braucht Desertec nicht, da die eigene Bevölkerung nicht viel davon hat. Es werden vielmehr dezentrale Inselanlagen für die Dörfer und nationale Einspeisegesetze für dicht besiedelte Regionen benötigt. „Wir brauchen keine neuen Ölscheichs in der Wüste, sondern Wertschöpfung, Steuern und Jobs zuhause“, so Dr. Axel Berg. Eine lokale Selbstversorgung führt zu einer besseren Handelsbilanz durch weniger Stromimporte und einem geringeren Erpressungspotential durch oligopolitische Konzerne. Das planwirtschaftliche Konzept reduziert die Anzahl der Aktuere anstatt sie zu vergrößern, beschränkt die Standorte und führt zu räumlicher und unternehmerischer Konzentration.
Mit den geplanten HGÜ-Leitungen wären die schwachen Verteilnetze der Städte und Gemeinden mit zu viel Strom überfordert und würden zusammenbrechen. Sicherheitspolitisch ist das Desertec-Projekt höchst fragwürdig. Dies belegt auch beispielsweise die Bundeswehr-Studie „Umweltdimensionen von Sicherheit“.
„Desertec ist ein Schritt zurück ins konzeptuelle Gestrüpp des frühen 20. Jahrhunderts: teuer, zentralisiert, riskant, störanfällig, lokal verarmend und letztendlich ein utopisches Ablenkungsmanöver von der eigentlichen Aufgabe: die lokal und regional absichernde Wende zur großen energetischen und marktwirtschaftlichen Emanzipation des 21. Jahrhunderts nicht weiter aufzuhalten.“ kommentiert Prof. Peter Droege, Eurosolar-Präsident, und erinnert daran, dass die  historische Wende zur dezentralen, erneuerbaren Vollversorgung in Deutschland und Europa bereits voll im Gange ist.
Verfasser: Energiewende Starnberg e. V., Daniela Köhler B.A., Quelle: Eurosolar e. V.
Foto: Energiewende Starnberg

Informationsveranstaltung "Sonnenstrom vom Dach 2012" in Seefeld

10. Juli 2012/in Mitmachen /von Energiewendeverein Starnberg

Seefeld, 10.07.2012 –  Am 16. Juli findet in Seefeld eine öffentliche Informationsveranstaltung mit Diskussion statt. Der Titel lautet: „Sonnenstrom vom Dach – lohnt sich das noch? Das Erneuerbare Energien-Gesetz 2012 und die Folgen.“
Sonnenstrom vom Dach, eine Initiative des  Vereins Energiewende Landkreis Starnberg e.V. und regionaler Solarunternehmen, wurde am 29. Februar dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dieser Initiative sollen die guten Potenziale für Solarenergie, die auf den möglichen Dachflächen erst zu etwa 2-3 % ausgeschöpft werden, künftig besser genutzt und so die Energiewende-Ziele des Landkreises erreicht werden. Doch fast zeitgleich mit dem Start der Initiative wurden die geplanten drastischen Einschnitte und Kürzungen im EEG 2012 bekannt gegeben – für die meisten Hauseigentümer hieß es seitdem: Abwarten. Das novellierte EEG sollte am 1.4.2012 in Kraft treten. Der Bundestag ließ die Gesetzesnovelle passieren,  im Bundesrat wurde sie jedoch mit 2/3-Mehrheit abgelehnt. Die Partnerunternehmen der Initiative berichten, dass es im Zeitraum von März bis Juni 2012 gerade wegen der unklaren Gesetzeslage zahlreiche Stornierungen und Umsatzeinbrüche gab. Mit dem kürzlich im Vermittlungsausschuss zustande gekommenen Kompromiss gibt es nun aber klare gesetzliche Regelungen – und die Chance für die Initiative, das Interesse für Photovoltaik erneut zu wecken. Deshalb erfahren Dachbesitzer auf der Veranstaltung aus erster Hand …

  • Wie sehen diese neuen gesetzlichen Regelungen aus und was bedeuten sie in der Praxis?
  • Lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage jetzt überhaupt noch?
  • Und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Diese und viele weitere Fragen werden von den anwesenden Experten in den Vorträgen mit Diskussion auf der Informationsveranstaltung des Energiewendevereins in Seefeld geklärt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind.
Das Programm sowie Hintergrundinformationen zur Photovoltaik finden Sie unter Veranstaltungen und Vorträge.

Informationsveranstaltung „Energieprojekte“ war ein großer Erfolg

23. März 2012/in Kommunen, Mitmachen /von Energiewendeverein Starnberg

Herrsching, 23. März 2012. Am 19. März 2012 fand in Herrsching die Informationsveranstaltung „Energieprojekte: Den Ausverkauf des Landkreises Starnberg verhindern – Wertschöpfung für die Bürger sichern“ statt. Zahlreiche Gäste, darunter mehrere Bürgermeister aus dem Landkreis, hatten sich im Saal der VR Bank eingefunden, um den Vorträgen von Dr. Max Reicherzer und Oliver K. Eifertinger zu folgen. Nach einhelliger Meinung war die Veranstaltung ein großer Erfolg und vor allem für die Kommunen gab es wertvolle Hinweise.
Die Referenten hatten sich darauf konzentriert, Optionen für die Kommunen aufzuzeigen, die privaten Investoren den Zugang zu Energieprojekten im Landkreis erschweren können nach dem Grundsatz: „Konzentrationsflächen nur ausweisen, wenn die privaten Grundeigentümer einen Grundstückssicherungsvertrag mit der Gemeinde abschließen.“  In der anschließenden Diskussion offenbarte sich, dass dieser Grundsatz von einigen Gemeinden nicht konsequent verfolgt wird, in der Hoffnung, dass sowieso keine Windräder gebaut werden.
Bei der Beschreibung der Möglichkeiten, wie sinnvolle finanzielle Bürgerbeteiligungsmöglichkeiten installiert werden können, die im Gegensatz zu den üblichen Investorenmodellen stehen, hoben die Referenten insbesondere die Möglichkeiten von Genossenschaften hervor. Diese hätten schon im Grundsatz bestimmte (rechtlich festgelegte) Voraussetzungen, die sie gegenüber anderen Gesellschaftsformen insbesondere für Erneuerbare Energie-Projekte, wie z.B. PV- oder Windenergie-Anlagen, in Vorteil setzten. So entfällt z.B. bei Genossenschaften eine Prospektpflicht, Ausschüttungen  können steuerfrei erfolgen und Genossenschaften bieten niedrige monetäre Beteiligungsgrenzen, so dass viele Bürger Anteile erwerben und am wirtschaftlichen Erfolg partizipieren können. Außerdem können Genossenschaften in eine Betriebsgesellschaft bspw. als Kommanditistin einer GmbH & Co.KG beitreten und den erneuerbar erzeugten Strom direkt bei den Anwohnern zu vergünstigten Preisen vermarkten.
Herr Eifertinger berichtete, dass Bürger-Genossenschaften in der Regel kein Problem hätten, viel Geld auch für größere Projekte zusammen zu tragen: In Baden-Württemberg seien bei einem von ihm betreuten Projekt in drei Wochen 2,5 Mio. € zusammen gekommen – nur 0,5 Mio. € waren gesucht.
Bürgermeister Rupert Monn aus Berg lobte die Veranstaltung und betonte, dass er viel mit nach Hause nähme. Zustimmendes Nicken und der Applaus signalisierten die Zustimmung und Zufriedenheit der Teilnehmer.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Evelyn Villing ▪ Fachgruppe Öffentlichkeitsarbeit ▪ Email: evelyn.villing@energiewende-sta.de
Der Vortrag Energieprojekte BBH von Dr. Max Reicherzer und Oliver K. Eifertinger, beide von der Rechtsanwaltskanzlei Becker Büttner Held (BBE) kann hier (PDF) heruntergeladen werden.

Nachbericht zur ABSI 2012

8. Februar 2012/in Mitmachen /von Energiewendeverein Starnberg

Vom 27. bis 28. Januar 2012 fand im Landratsamt Fürstenfeldbruck das 19. Jahrestreffen der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI) statt. Bereits zum zweiten Mal war Fürstenfeldbruck Gastgeber für alle in der Energiewende Aktiven Gäste. Eineinhalb Tage Zeit war für wertvolle Fachvorträge, engagierte Diskussionen und viel persönlichen Austausch.
Die Veranstaltung wurde mit der Begrüßung von Hans Aigner, Vorstand des gastgebenden Vereins ZIEL 21, begonnen. Am Freitagnachmittag widmete sich die ABSI ganz dem Thema „Windkraft in Bayern“. Der vorgesehene bayerische Windenergieerlass beinhaltet eine neue positive Dynamik, aber reicht dies aus, um die Windkraft in Bayern substantiell voran zu bringen? Stehen jetzt wirklich „Alle Ampeln auf Grün“?
Am Abend präsentierten Claus Biegert und Renate Börger von der E.F. Schumacher-Gesellschaft in München neue, die Akzeptanz steigernde Gesichtspunkte innerhalb des Festvortrags „Eine Energiewende mit menschlichem Maß“. Anschließend wurde der Tag am Buffet mit angenehmen Gesprächen beendet.
Für den Samstagvormittag standen interne Gespräche von der ABSI an, wie zum Beispiel ein neuer Internetauftritt, das Jahrestreffen 2013 oder die Sprecher/innenwahl. Anschließend standen Fachvorträge auf dem Programm. Nachfolgend erhalten Sie einen kleinen Überblick über die Themen und Referenten:

  • Hans-Josef Fell, zweiter Sprecher der ABSI, blickt zurück auf das „Erneuerbare Energien-Jahr“ 2011 und skizziert die Perspektiven für 2012.
  • Im Vortragsteil „Energiewende mit Versorgungssicherheit“ werden ökologische und ökonomische Fragen der Energiewende von namhaften Referenten vortragen und anschließend diskutieren.
  • Der Vortrag „Faktor Mensch beim Umbau auf EE“ beleuchtet die Akzeptanzfrage für Erneuerbare Energien und die Erkenntnissen der Forschungsgruppe Umweltpsychologie.
  • Abschließend folgt ein kritischer Blick auf die „Energiewende in Bayern“ mit drei Beiträgen aus bayerischer und regionaler Blickrichtung.

Beim „Markt der Möglichkeiten“ am Freitag und Samstag wurden Initiativen, Projekte und Ideen in Kurzpräsentationen an parallelen Tischen präsentiert, so dass Jede/r die Möglichkeit hatte sich an verschiedenen Tischen zu informieren.
Downloads der verschiedenen Vorträge und weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier!
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Bayerische Solar-Initiativen

Energiewende: Energiegenossenschaft Fünfseenland in Andechs gegründet

22. September 2011/in Erneuerbare Energien, Mitmachen /von Energiewendeverein Starnberg

Sage und schreibe 128 Mitglieder gründeten am Abend des 19. Septembers im festlichen Ambiente des Bibliothekssaals auf Kloster Andechs die erste Energiegenossenschaft südlich von München, die nun in Eigenregie auf erneuerbare Energien setzt und sich die Ziele der Energiewende 2035 im Landkreis Starnberg auf ihre Fahnen geschrieben hat.
Enorme Beteiligung bei der Gründung

Der Ansturm auf die Gründungsversammlung war sehr groß. Vor dem Fürstensaal des Klosters stauten sich am Montagabend die Besucher, es wurde recht kuschelig. Sie alle wollten bei der Gründung der Energiegenossenschaft Fünfseenland mit dabei sein. So waren unter den Gästen neben Landrat Karl Roth und Vizelandrat Albert Luppart auch viele Bürgermeister, so Wolfram Gum (Seefeld), Michael Muther (Weßling), Anna Neppel (Andechs), Brigitte Servatius (Gauting) und Peter Flach (Wörthsee).
Überregionales Interesse an der Starnberger Energiewende
Die Veranstaltung hatte auch Gäste aus anderen bayerischen Landkreisen angezogen, die sich für die Energiewende in ihrer Region einsetzen und gespannt die Versammlung verfolgten, um Anregungen für eigene Aktivitäten mitzunehmen. So waren Vertreter aus den Landkreisen Augsburg, aus dem Donauries und Erlangen-Höchst und Weilheim-Schongau gekommen. „Immer mehr Energiewende-Aktive werden auf unsere Aktivitäten aufmerksam und verfolgen unser Tun über die stark frequentierte Website. Aus allen Teilen Süddeutschlands und selbst Initiativen und Organisiationen aus Österreich wenden sich verstärkt an den Energiewendeverein Starnberg und ersuchen um Unterstützung insbesondere im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Sie fragen auch gezielt nach Best Practice Beispielen für die Umsetzung“, weiß Evelyn Villing, Sprecherin für Öffentlichkeitsarbeit zu berichten.
Künftig viele kleine aber auch große Projekte zu realisieren
Es ging also auf der Gründungsversammlung „eng und zuweilen auch emotional zu“, wie die Süddeutsche die Stimmung treffend wiedergibt. Die Gründung der Energiegenossenschaft markiert immerhin einen Meilenstein in unserem Landkreis und ist damit ein historisches Ereignis. Die Energiegenossenschaft soll nun deutliche Impulse für die Umsetzung der Energiewende setzen. Mit ihrer Hilfe wird sowohl die Realisierung von als auch die Beteiligung der Bürger an Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien möglich werden. So könnten beispielsweise zusammen mit den Gemeinden auch teure Projekte wie etwa Windkraftanlagen finanziert oder sich an Stromnetzen beteiligt werden.
„Ich bin überwältigt“, sagte Hans Wilhelm Knape, der Vorsitzende des Starnberger Energiewendevereins, als er in die Menge sah. Hans Wilhelm Knape bereitete die Gründung maßgeblich mit vor. Und Landrat Roth konstatierte, dass so das „Thema Energiewende die Leute von der Couch hole“.
Vorstand und Aufsichtsrat
Nachdem die umfangreiche Satzung mit 48 Paragraphen leidenschaftlich diskutiert und verabschiedet war, konnten auch Vorstand und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G. gewählt werden.
Zum Vorstand der Energiegenossenschaft gehören Gerd Mulert als Vorsitzender, Klaus Drexler und Horst Reinheimer. Der Aufsichtsrat besteht aus Thomas Vogl (Vorsitzender), Walter Kellner, Michael Padberg, Jürgen Franke, Michael Muther, Karl Roth und Professor Martin Dameris.
Gründung und Finanzierung auf breiter Basis
Stolze 128 Gründungsmitglieder haben während der Versammlung eine Beitrittserklärung unterschreiben und Anteile gezeichnet. Damit konnte die erste Energiegenossenschaft im südlichen Oberbayern erfolgreich aus der Taufe gehoben werden. Als Sitz der Genossenschaft wurde Andechs festgelegt. 200 Euro kostet ein Geschäftsanteil – und so dürfte bereits an diesem Abend eine erkleckliche Summe zusammengekommen sein, die für erste Projekte im Landkreis eingesetzt werden kann. Anbei ein Beitrag von Radio Oberland zur Gründung der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Energiegenossenschaft
Verfasser: Energiewende Landkreis Starnberg e.V. –  Evelyn Villng

Energiewende: Gründung der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G

15. September 2011/in Erneuerbare Energien, Mitmachen /von Energiewendeverein Starnberg

Energiewende mit Bürgerbeteiligung

Starnberg/Gauting. Am Montag, den 19. September, ist es soweit: Dann wird die Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G. gegründet. Sie ist ein weiterer wichtiger Baustein für die Energiewende im Landkreis Starnberg und soll durch die Möglichkeit der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Erneuerbare-Energieanlagen neue Impulse setzen!
Die Gründung der Genossenschaft ist vom Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. initiiert und wird von der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg e.G. unterstützt.
Namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien haben sich bereit erklärt, ehrenamtlich in Vorsitz und Aufsichtsrat der Energiegenossenschaft Fünfseenland e.G. aktiv mitzuarbeiten.
Die Nutzung regenerativer Energiequellen im Landkreis Starnberg schont nicht nur Umwelt und Klima, sie ist vor allem wirtschaftlich sinnvoll und unterstützt die Entwicklung unserer Region. Denn sie bedeutet letztlich Erzeugung und Verbrauch von Energie vor Ort – dezentral und bürgernah, mit kurzen Wegen und wenig Leitungsverlusten. Damit wird die kommunale Autonomie gefördert und die Wertschöpfung findet stärker als bisher bei uns statt.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien in unserer Region mit Unterstützung der Energiegenossenschaft zahlt sich aber nicht nur für die Region und die Gemeinden aus, die Bürgerinnen und Bürger profitieren mit dem Erwerb von Anteilen an alternativen Energieanlagen bei guten Renditeerwartungen künftig sogar direkt. Die Genossenschaft bietet zudem Mitspracherecht und somit gemeinsame Gestaltungsmöglichkeiten.
So fließt das Geld für die Energie künftig nicht mehr in die Erdöl- und Erdgas- sowie Uranexportierenden Staaten und beschert diesen Reichtum, sondern bleibt bei uns – für eine nachhaltige Zukunft im Fünfseenland.
Die Energiegenossenschaft möchte den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises die Möglichkeit eröffnen, Teil der kommunalen Energieversorgung zu werden, diese in die eigene Hand zu nehmen und zugleich in zukunftsfähige Projekte der erneuerbaren Energien zu investieren – egal ob Photovoltaik oder Solarthermie, Wind- oder Wasserkraft, Biogas oder Biomasse.
Es gibt schon einige konkrete Projekte, die für die Energiegenossenschaft geeignet sind, andere stehen in Aussicht und der Verein Energiewende erwartet, dass künftig auch die Hauseigentümer im Landkreis dazu bereit sind, ihre Dachflächen für Bürgersolarprojekte zur Verfügung zu stellen. Schließlich können so über die Verpachtung Einnahmen erzielt oder bei Eigennutzung eines Teils der elektrischen Energie weitere finanzielle Vorteile zum Tragen kommen.
Mehr Informationen gibt es auf der Veranstaltung, die im festlichen Ambiente der Alten Bibliothek auf Kloster Andechs ab 19:00 Uhr stattfindet. Der Verein Energiewende Landkreis Starnberg e.V. lädt dazu alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises sehr herzlich ein.
Auf der Homepage des Energiewendevereins finden Sie unter dem Menüpunkt Genossenschaft weitere Informationen sowie den Entwurf der Satzung und das Beitrittsformular – oder klicken Sie ganz einfach hier.

Hier noch mal der Termin:

Montag, 19. September 2011, Ort: Kloster Andechs, Alte Bibliothek, Beginn: 19:00 Uhr

Der Zugang zur Bibliothek erfolgt über die große Freitreppe an der Klosterpforte.
Sofern Sie in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind: Es gibt auch einen Lift und es können Parkmöglichkeiten auf dem Klosterhof angeboten werden!
Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie/findet Ihr auf der Homepage des Energiewendevereins:
www.energiewende-sta.de/genossenschaft
Bei Fragen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte:
Hans Wilhelm Knape ▪ 1. Vorsitzender des Vereins ▪ Tel. 089-87 78 84 41
Email: hw.knape@energiewende-sta.de
Evelyn Villing ▪ Fachgruppe Öffentlichkeitsarbeit ▪ Tel. 089-89 45 78 33
mobil: 0160-5 31 02 49 ▪ Email: evelyn.villing@energiewende-sta.de oder
 
Machen Sie mit! Gemeinsam handeln – jetzt!
News, Informationen und Hintergründe zur Energiepolitik auf www.energiewende-sta.de

Energie aus Windkraft im Landkreis Starnberg

8. April 2011/in Erneuerbare Energien, Kommunen /von Energiewendeverein Starnberg

Für eine sichere, risikoarme Energieversorgung müssen wir alle erneuerbaren Energiequellen nutzen, so auch die Windkraft im Landkreis Starnberg.
Doch ist Bayern beim Ausbau der erneuerbaren Energien stark zurückgefallen; laut Bundesagentur für erneuerbare Energien rangierte der Freistaat 2010 unter 16 Ländern nur auf Platz acht und bei der Windenergie ist Bayern Schlusslicht. Mit 467 Megawatt Leistung sind hier sogar weniger Windräder am Netz als im viel kleineren Nachbarland Niederösterreich.
Eine am Dienstag, dem 5. April,  auf der Hannover Messe vorgestellte Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES), sieht in Bayern bei der Windkraft ein riesiges Potenzial mit einem Ertrag von 80 Terrawattstunden im Jahr. Und auch Umweltminister Söder betont: „Ich möchte bei der Windkraft eine Verdopplung der Anlagen, was einer Vervierfachung der Leistung entsprechen würde!“ Derzeit stehen im Freistaat rund 400 Windkraftanlagen. Und es gibt trotz hervorragender Windverhältnisse in den bayerischen Mittelgebirgen, die an die Windausbeute der Nordsee heranreichen, gerade dort kommunal „überplante“ Tabuzonen. Diese Gefahr besteht auch in unserer Region: das Scheitern der Windkraft an den Kommunen.
Zwar ist die Erstellung eines Flächennutzungsplans für Windkraftanlagen in unserem Landkreis  sicher sinnvoll, damit ein geordneter Zubau von Windkraftanlagen an geeigneten und für die Windkraft optimalen  Stellen möglich ist. Aber es muss sichergestellt werden, dass dies auch wirklich das Ziel der Kommunen ist. Die Kriterien für den regionalen Plan dürfen nämlich nicht dazu führen, dass dann gar keine Standorte ausgewiesen werden, wie schon in prädestinierten Lagen von Rhön, Steigerwald und Spessart. Die Planungsverbände dürfen nicht zum Blockierer bei einer hoheitlichen Aufgabe werden, die der Landesplanung für die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien entgegensteht. Denn dann kann auch das erklärte neue Ziel der bayerischen Staatsregierung, in 10 Jahren (wenn möglich vollständig) aus der Kernenergie ausgestiegen sein zu wollen, nicht erreicht werden.

Windkraft – Geschichte und Definition

Die Windenergie ist eine der ältesten vom Menschen gebrauchten Energieformen. Das Potential der Windkraft wird schon seit Jahrtausenden genutzt. Bereits die alten Ägypter hatten Segelschiffe, wie ein Fries am Tempel zu Edfu belegt, und auch andere Völker hatten die Kraft des Windes erkannt.
Die ältesten Windmühlen sind aus Persien (zum Getreide mahlen), Tibet (als Gebetsmühlen) und China (zum Wasserpumpen) bekannt. In Europa wurden die ersten Windmühlen zum Mahlen von Getreide und zum Pumpen von Wasser um 1100 gebaut. Sie wurden von Anfang an als Auftriebsläufer mit horizontal liegender Rotordrehachse gebaut, was bis heute das grundlegende Prinzip moderner Windkraftanlagen ist.
Windkraftanlagen (also Anlagen zur Stromerzeugung) entwickelten sich aus der Windmühlentechnik heraus. Der amerikanische Gründer der Elektrizitätswirtschaft Charles F. Brush (1849 – 1929) gilt hier als Pionier. Er entwickelte zum Beispiel einen sehr effektiven Gleichstromgenerator, eine kommerzielle Lichtbogenlampe sowie eine effiziente Methode zur Herstellung von Blei-Säure-Batterien. In den Jahren 1887 bis 1888 baute er die erste vollautomatische Windkraftanlage zur Stromerzeugung.
Der Däne Poul la Cour (1846 – 1908) machte die Entdeckung, dass Anlagen mit weniger Rotorblättern, aber mehr Geschwindigkeit, für die Stromerzeugung wesentlich effizienter eingesetzt werden können.  Schon 1904 hielt la Cour regelmäßig Kurse für angehende Windkraft-Elektroingenieure an der Volkshochschule und baute in diesem Rahmen mehrere Testanlagen. Eine von ihm konzipierte Anlage wurde von der Firma Lykkegaard als kommerzielles Produkt vermarktet, bis 1908 waren bereits 72 Stück in Dänemark zur Versorgung ländlicher Siedlungen installiert. Im Jahre 1918 wurden in Dänemark 120 Elektrizitätswerke durch eine Windkraftanlage mit Energie versorgt. Die Anlagen deckten zu diesem Zeitpunkt rund 3 % des dänischen Stromverbrauches ab.
Der Bau von Wind­kraftanlagen bekam durch die Treibstoffverteuerung und -verknappung im Ersten Weltkrieg noch einmal Aufwind. In den nachfolgenden Jahren ließ das Interesse an der Windkraft nach, bis dann im 2. Weltkrieg wieder Energieversorgungsengpässe auftraten und die Windenergie Zuspruch erhielt. Nach dem Krieg kam dann aber der Ölboom, fossile Energieträger waren günstig und im Überfluss vorhanden. Doch einige Ingenieure entwickelten weiter an Windkraftanlagen und errichteten mit Erfolg Versuchsanlagen. Nach der ersten Ölkrise im Jahr 1973 stieg dann das Interesse an der Windenergie und seit die Verknappung und Endlichkeit der fossilen Energieträger als Fakt akzepiert ist und der Ausbau der Erneuerbaren Energien und Energiewende bis 2050 auch politisches Ziel in Deutschland ist, hat sich Deutschland zum Weltmarktführer in der Windenergie entwickelt.
In den kommenden Jahren wird der Beitrag der Windenergie weiter wachsen. Neben der Entwicklung der Offshore-Windenergie wird für die Onshore-Entwicklung das Repowering – also der Ersatz älterer kleinerer Windenergieanlagen mit geringer Leistung, wie sie vor allem in den 1990er Jahren errichtet worden sind, durch moderne leistungsstärkere Anlagen – ein wichtiger neuer Schwerpunkt sein.

Definition Windkraft

Bei der Windkraft bzw. Windenergie handelt es sich um die kinetische Energie der bewegten Luftmassen der Atmosphäre. Windenergie ist eine indirekte Form der Sonnenenergie und zählt deshalb zu den erneuerbaren Energien.
Man kann Windkraft auch folgendermaßen beschreiben:

  • als Winddruck, das ist der physikalische Druck, der von strömender Luft auf eine Objektfläche ausgeübt wird
  • oder als Windenergie, als aus der Luftbewegung umgewandelte (meist elektrische) Energie.

Verfasser: Energiewende Starnberg       

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„Ab 2035 wird der Landkreis zu 100 % mit erneuerbarer Energie versorgt.“, beschloss der Kreistag 2005. Seither engagieren wir uns im Verein Energie­wende Land­kreis Starnberg. Landkreis, Gemeinden, Firmen und Privat­­personen unter­stützen uns dabei. Wir initiieren Vorträge, Aktionen wie die Solarkampagne und mehr. Das haben wir schon erreicht.

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