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Beiträge

Bürgerenergie heute und morgen

11. April 2017/in Erneuerbare Energien, Mitmachen /von Energiewendeverein Starnberg

Bündnis Bürgerenergie präsentiert neuen Bericht

Die gemeinschaftliche Nutzung von erneuerbarer Energie dürfte zur tragenden Säule eines zukünftigen Energiesystems werden.
Voraussetzung für einen Boom des so genannten „Prosumings“ ist allerdings, dass Bürgerenergie-Akteure ihre Stärken konsequent weiterentwickeln und die Politik regulatorische Hemmnisse abbaut. Dies sind die zwei wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht „Bürgerenergie – heute und morgen“, den das Bündnis Bürgerenergie heute vorstellt.
Hier finden Sie den Bericht zum herunterladen
Der vollständige Artikel ist hier auf der Sonnenseite zu finden

Stromspeicher als Erfolgsfaktor für Erneuerbare

9. Januar 2017/in Stromspeicher /von Energiewendeverein Starnberg

Betonkugel fürs Meer speichert erfolgreich Strom

Wie lässt sich künftig in der Nähe von Offshore-Windparks Energie speichern? Forscher entwickelten dazu einen neuen Speicher, der mit Hohlkugeln auf dem Meeresgrund arbeitet. Das Prinzip ähnelt dem herkömmlicher Pumpspeicherkraftwerke. Ende 2016 testeten die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES einen drei Meter großen Beton-Prototyp im Bodensee. Die Testergebnisse sind Erfolg versprechend.

mehr Info dazu von BINE

Solarmarkt Deutschland bricht 2015 ein

4. Februar 2016/in Erneuerbare Energien, Solarenergie /von Energiewendeverein Starnberg

Die Dezember-Zahlen zum deutschen Photovoltaik-Markt sind besser als in den extrem schwachen Monaten zuvor, aber zur Erreichung der Ausbauziele längst noch nicht ausreichend. Die Summe der im Dezember 2015 gemeldeten neu installierten Leistung beträgt rund 145 Megawatt.

Diese Zahl bedeutet zwar eine deutliche Steigerung gegenüber den Vormonaten, doch das Gesamtjahr bleibt für die Branche hierzulande katastrophal. Im November 2015 belief sich die Gesamt-Meldezahl auf rund 70 Megawatt (MW) und im Oktober auf 81 MW. Höher lag die Summe der gemeldeten Neuinstallationen, die regelmäßig von der Bundesnetzagentur veröffentlicht wird, zuletzt im August 2015 mit 266 MW.

Inbetriebnahmen im Dezember bei rund 120 MW

Bei den von der Bundesnetzagentur veröffentlichten PV-Zahlen handelt es sich lediglich um Meldedaten, unabhängig vom Datum der tatsächlichen Inbetriebnahme. Teilweise liegt das Datum der Inbetriebnahme schon länger zurück, teilweise ist die Inbetriebnahme erst in der Zukunft geplant. Von den insgesamt im Dezember 2015 gemeldeten Kleinanlagen mit einer Leistung von weniger als einem MW (117,2 MW) wurden lediglich etwa 92,1 MW auch im Monat Dezember in Betrieb genommen. Hinzu kommen noch PV-Freiflächenanlagen mit einer Leistung von rund 27,4 MW.

Regierungsziel für den Solarausbau deutlich verfehlt

Die Bundesregierung hat im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einen jährlichen Solar-Ausbaukorridor von 2.400 bis 2.600 MW festgelegt, der aber 2015 deutlich verfehlt wird. Um diesen Ausbaukorridor zu erreichen, müssten durchschnittlich pro Monat PV-Anlagen mit einer Leistung von 200 bis 217 MW ans Netz gehen. Davon ist der deutsche Solarmarkt allerdings derzeit meilenweit entfernt. Nach aktuellen Zahlen dürften in Deutschland im Jahr 2015 Solaranlagen mit einer Leistung von rund 1.400 MW in Betrieb gegangen sein. Damit fällt der deutsche Photovoltaik-Markt auf das Ausbau-Niveau des Jahres 2007 zurück.
Quelle: IWR Online, 02.02.2016

Ist der Wärmesektor das Stiefkind der Energiewende?

11. Januar 2016/in Erneuerbare Energien, Fördermittel /von Energiewendeverein Starnberg
„Anteil der Erneuerbaren bei Wärme sinkt auf 12 Prozent“, titelte Mitte Dezember das Informationsportal EnBauSa.de. Bei näherem Hinsehen handelt der Artikel hauptsächlich von der Förderung Erneuerbarer Energien in der Stromerzeugung: Diese stieg von 17,3 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf 19,2 Milliarden in 2014. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil Erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung leicht gesunken, er lag 2014 bei 12 Prozent.
Grobe Zusammenfassung: Erneuerbarer Strom ist stärkste Kraft im Strommix, Wärmewende dümpelt vor sich hin. Ist das wirklich so?
>>> mehr

Erneuerbare Energien und nachhaltige Entwicklung untrennbar verbunden

25. September 2015/in Erneuerbare Energien, Klimawandel + Klimaschutz /von Energiewendeverein Starnberg

Berlin, 25. September 2015. Die Energiewende ist ein Grenzen überschreitendes Projekt, das in immer mehr Ländern Zulauf hat. Dieser Entwicklung tragen die Vereinten Nationen (UN) jetzt ein Stück weit Rechnung: Wenn die UN-Generalversammlung an diesem Wochenende in New York tagt, wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien unter den 17 „Zielen zur Nachhaltigen Entwicklung“ sein, auf die sich die Weltgemeinschaft geeinigt hat. „Politik und Gesellschaft sollten diesen Rückenwind der Vereinten Nationen nutzen, um den Umbau der Energieversorgung weiter mutig voranzubringen“, erklärt der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Philipp Vohrer, anlässlich des bevorstehenden UN-Beschlusses.
Mit den 17 neuen Zielen zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) knüpfen die UN an ihre acht im Jahr 2000 verabschiedeten Milleniumsziele an, die sich auf die Bekämpfung von Armut und die Verbesserung der medizinischen Versorgung in Entwicklungsländern konzentrierten, aber auch einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt einforderten. Darauf bauen die SDGs auf und fordern bis 2030 als Ziel 7.2, eine deutliche Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien „im globalen Energiemix“. An einer konkreteren Zielvorgabe fehlt es allerdings. Andere UN-Gremien sind schon weiter. So hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon im Rahmen der UN-Initiative „Sustainable Energy for all“ – Nachhaltige Energie für alle – das Ziel ausgegeben, bis 2030 den Anteil Erneuerbarer Energien am globalen Energiemix auf 30 Prozent zu verdoppeln. Diesen Wert hat sich auch die Bundesregierung für den Anteil der Erneuerbaren am Endenergieverbrauch zum Ziel gesetzt. Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hält deutlich mehr auch in Deutschland für möglich.
>>> mehr
Quelle: PI der Agentur für Erneuerbare Energien

Häufigste Todesursache bei Vögeln: Straßenverkehr, Gebäude und Gift

15. Juni 2015/in Klimawandel + Klimaschutz /von Energiewendeverein Starnberg

Von Januar 2007 bis Mai 2013 wurden am CVUA Stuttgart 447 Tierkörper tot oder moribund aufgefundener heimischer Wildvögel auf ihre Krankheits- bzw. Todesursache untersucht. Das Spektrum umfasste 53 Arten aus 24 Familien, vom Höckerschwan bis zum Zwergspecht. Etwa 50 % der untersuchten Wildvögel entfielen auf nur 5 Arten, nämlich Straßentauben, Mäusebussarde, Amseln, Stockenten und Höckerschwäne. Der größte Teil der Vögel (43,2%) fiel physikalischen Schädigungen zum Opfer. Bei 129 der untersuchten Wildvögel wurde ein stumpfes Trauma als Todesursache diagnostiziert. Aufgrund des Fundortes der Vögel kann davon ausgegangen werden, dass die meisten dieser Vögel durch Unfälle mit Kraftfahrzeugen oder durch Anfliegen gegen Fensterscheiben und Gebäude starben. Aber auch der Fang in Fallen für Singvögel, Abschuss, Stromunfälle an Hochspannungsmasten, Vergiftungen – z.B. durch ausgelegte Köder – oder der Angriff von Beutegreifern konnte nachgewiesen werden.  Vor allem Raubvögel kommen häufig durch Hochspannungsleitungen, Strom-Gittermasten, Gift und vor allem im Straßenverkehr zu Tode.
Als zweithäufigste Todesursache (29,1%) wurden Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen und Parasitosen gefunden. Bei 11,4% der untersuchten Tierkörper wurde eine Vergiftung nachgewiesen. Andere Todesursachen wie Verhungern oder Organerkrankungen machten 2,9% der Fälle aus. Bei 13,4% der Wildvögel konnte keine Diagnose gestellt werden.

Kollisionsgefahr mit Windrädern vergleichsweise gering

Wurde die Kollisionsgefahr von Vögeln an Windenergieanlagen (WEA) in den 80er Jahren noch als sehr hoch eingeschätzt, kann man inzwischen die Wahrscheinlichkeit einer Kollision eines Vogels mit WEA überwiegend als sehr gering ansehen. Brutvögel bleiben eher unterhalb des Rotorbereiches und in der Regel weichen die Vögel derartigen Hindernissen aus[1].
Seit dem Jahr 2000 gibt es eine bundesweit zentrale Fundkartei „Vogelverluste an Windenergieanlagen in Deutschland“. Aus der artbezogenen Auflistung wird deutlich, dass Großvögel, insbesondere die Arten Rotmilan, Mäusebussard und Seeadler häufiger aufgefunden werden als andere Großvogelarten. Graureiher, Schwarzstorch, Singschwan, Gänse, Fischadler, Habicht, Sperber, Raufuß- und Wespenbussard, Wiesen-, Rohr- und Kornweihen, Wander- und Baumfalke, Merlin, Kranich, Kiebitz, Eulenvögel sowie Spechte sind dagegen nicht oder nur sehr vereinzelt gefunden worden[1].
Probleme können aber entstehen bei Vogelarten, die sich über längere Zeiträume im Höhenbereich der Rotoren aufhalten, wie beispielsweise manche Greifvögel (z.B. Rotmilan) oder bei solchen, die immer wiederkehrend beim Wechsel von Nahrungsraum und Horst die Rotorenbereiche durchfliegen. Offensichtlich ist, dass der Zusammenhang zwischen dem bevorzugten Lebens- und Jagdraum sowie dem Zugraum der Vögel und dem Windradstandort betrachtet werden muss und es  keine generelle Gefährdung von Raubvögeln bzw. Milanen durch Windenergie gibt. Die Häufigkeit von Kollisionen ist zum einen Art-abhängig [1], sie ist aber auch abhängig von der Geländestruktur  und damit dem Bewergungsmuster der Greifvogelarten. So sind Rotmilane Bewohner des Offenlandes, sie haben ihre Horste am Waldrand und fliegen relativ niedrig. Windräder bis 100 m Höhe im Flach- und Offenland haben daher für den Rotmilan ein höheres Gefährdungspotenzial als Windräder im bewaldeten Hügelland oder Windräder in Schwachwindregionen mit einer Nabenhöhe von über 140m, da Rotmilane sich dort nicht zum Brüten aufhalten oder auf Nahrungssuche sind. Insofern muss jede Art in bezug auf den Windradstandort einzeln betrachtet werden.

Lebensraum und Verhalten: Roter Milan

Der Rotmilan baut seinen Horst oft am Waldrand mit Altholzbestand in über 20 m Höhe. Sein Lebensraum ist im Offenland (Senken, Ebenen, Täler) mit kurzer, lückiger Vegetation (z.B. Agrarland, Grünland, Brachen). Rotmilane jagen aus dem Suchflug heraus über offenem Gelände. Dazu legen sie weite Strecken meistens im Gleit- und Segelflug zurück. Die Beute in Form von Kleinsäugern (Mäuse, Hamster, Maulwürfe, Junghasen) oder kleinen bis mittelgroßen Vögeln, wird meist im Vorbeiflug blitzschnell ergriffen. Zum Balzen oder Revierverteidigen vollführen Rotmilane spektakuläre Schleifensturzflüge[1][5].

Vom Weltbestand (max. 25.000 Paare) lebt mehr als die Hälfte in Deutschland, davon 2/3 in Ostdeutschland. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands war der Rotmilan 2002-2006 in der Vorwarnliste verzeichnet. Mit der Aktualisierung der Roten Liste in 2007 wurde die Art als ungefährdet eingestuft[1].
Der Rotmilan ist besonders durch Intensivlandwirtschaft gefährdet (Anwendung von Pestiziden – Rückgang an Nagetieren, aber auch direkte Vergiftungen). Es hat sich außerdem gezeigt, dass er sehr viel häufiger als andere (Greif-)vögel an Windkraftanlagen verunglückt. Auch an Straßen, Bahnlinien und Stromtrassen zählen Rotmilane zu den regelmäßigen Opfern[5].

Rotmilan und Windenergieanlagen

Der Rotmilan zeigt in der Regel kein Meideverhalten gegenüber Windrädern. Er ist in Relation zu seiner Bestandsgröße bisher besonders häufig an Windparks in weiträumigen Agrarlandschaften des östlichen Binnenlandes verunglückt. Es wird vermutet, dass Randstrukturen und eine verbesserte Nahrungssituation am Fuße der WEA (Ruderalfluren und Schotterflächen) eine hohe Attraktivität auf die Tiere ausüben. Die Mehrzahl der Funde fiel auf die Monate August, April, Mai sowie August und September[1].
Die von Rotmilanen genutzten Höhenbereiche über Grund sind von zentraler Bedeutung zur Einschätzung der Kollisionswahrscheinlichkeit. Sie ist umso geringer, je seltener sich Rotmilane, insbesondere während der Brutzeit, in der Höhenlage des Wirkbereichs von Windenergieanlagen, also dem Rotorbereich, aufhalten. Nach dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand ist festzustellen, dass sich Rotmilane[1]

  • während der Brutzeit ganz überwiegend im Höhenbereich bis 50 m, vereinzelt auch bis 80 m Höhe über Grund aufhalten
  • im Vorfeld der Brutzeit während der Balz sowie im Spätsommer mit beginnendem Zugverhalten werden größere Höhenbereiche genutzt
  • während der Zugperiode liegen die genutzten Höhenbereiche oberhalb der Wirkzone von WEA. Hier sind keine Kollisionsopferfunde bekannt

Regelungen: fachlich notwendiger Abstand zum Horst ist einzuhalten[4].
Weitere, mögliche Maßnahmen: WEA-Standorte in zusammenhängenden Waldgebieten reduzieren offensichtlich die Gefährdung des Rotmilans durch Vogelschlag ganz erheblich.
Dauerhafte Holzlagerstätten unterhalb der WEA sind zu untersagen, damit der Rotmilan keine attraktive Jagdgründe vorfindet. Dagegen sollten Ruderalflächen mit extrem niedrigem Gehölz (z.B. Heidearten, Wald-Blaubeere, Ginster) statt Grasarten im Bereich der WEA hergestellt werden.
In Absprache mit Ornithologen sind darüber hinaus weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Kollisionsrisikos denkbar[4]:

  • verhaltensspezifisches, kurzfristiges Abstellen der Anlagen bei Balz und Bettelflugphase der frisch flüggen Jungvögeln
  • Ablenkungsfütterung (kurzfristig / übergangsweise)
  • Lebensraumaufwertung: nähere Umgebung der WEA wie oben beschrieben unattraktiver machen und WEA entfernte Standorte aufwerten (was sich in der Praxis bereits vielfach bewährt hat)
  • Schutz von Altholzbeständen in WEA entfernten Bereichen

Links

  1. Deutscher Naturschutzring (DNR): Grundlagenanalyse 2012
  2. NABU: Naturverträglicher Ausbau der Windenergie
  3. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung: Leitfaden – Berücksichtigung der Narutschutzbelange bei der Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen in Hessen
  4. Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung – Landesentwicklungsplan 2013 inkl. Avifauna Gutachten
  5. NABU: Der Rotmilan
  6. NABU: Der Kranich
  7. NABU: Zugvögel – Kraniche
  8. NABU: Zugvögel – Gänse
  9. Klimaschutz-Netz: Das Märchen vom Vogelmord durch Windenergieanlagen

Quellen: Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA), http://rotmilan-lippe.blogspot.de/, www.prowindkraft-niedernhausen.de/niedernhausen/tierwelt/vogelarten/#[4] „Windkraft und Vögel“
Text  zusammengestellt von Evelyn Villing, Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

Erfolgsmodell Sanierungstreffs

1. Juni 2015/in Bauen /von Energiewendeverein Starnberg

Klimaschutzprojekt des Landkreises Starnberg startet im Herbst in die zweite Runde

Die Begehung einer vorbildlich sanierten Doppelhaushälfte in Hechendorf bildete den Abschluss des ersten Zyklus der „Sanierungstreffs“ in vier Gemeinden im Landkreis Starnberg. Die Besichtigung energetisch beispielhafter Wohnhäuser war wichtiger Programmteil des Konzeptes, das den Eigentümern von älteren Immobilien die Vorteile einer Sanierung gezielt näher bringen und somit Hemmschwellen vor entsprechenden Maßnahmen abbauen sollte. Die Rückmeldungen der Teilnehmer an den Sanierungstreffs in Gauting, Herrsching, Starnberg und Gilching bestätigen: das Konzept von Klimaschutzmanagerin Josefine Anderer-Hirt geht auf. Im Herbst werden die Treffen daher in eine zweite Runde gehen.

Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich zum Ortstermin in Hechendorf knapp 20 Teilnehmer aus Gilching, Starnberg und Gauting ein, die auch bisher an den regelmäßigen Zusammenkünften der Sanierungstreffs teilgenommen hatten. Das 1968 erbaute Haus wurde in den Jahren 2010 bis 2012 vorbildlich saniert. Die Leistung der Bauherren-Familie wurde 2012 mit einem Anerkennungspreis als Finalist beim Energiepreis ausgezeichnet. Das Objekt dient als gutes Vorbild für die Altbausanierung, weil sich die Umsetzung auf viele Häuser in der Region übertragen lässt. So wurden vor allem natürliche Baustoffe eingesetzt, wie heimisches Holz für die komplette Außenverkleidung des Hauses. Außerdem waren ausschließlich Handwerker aus der Region im Einsatz. Bei der Sanierung wurde insgesamt sehr großen Wert auf die Nutzung von erneuerbaren Energien gelegt. So umfassten die Maßnahmen den Einbau einer Holzpellets-Heizung mit großem Pufferspeicher und Frischwassertechnik, Solarthermie zur Heizungsunterstützung und einen effizienten Kaminofen für die Gemütlichkeit. Die selbst installierte Photovoltaik Anlage auf dem Dach ermöglicht die Eigenstromnutzung mit einem Anteil von immerhin 30 Prozent. Die Familie bezieht zudem ihren restlichen Strom von einem zertifizierten Ökostromanbieter. Somit wird der Energiebedarf des sanierten Hauses vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt. Das Gebäude hat mit der Sanierung einen sehr hohen Energie-Standard erreicht (KfW 85-Standard) und spart 92 Prozent Primärenergie ein. Dafür wurden Keller und Außenwände gut gedämmt, der Dachstuhl samt Zwischendecke neu erstellt und alle alten Fenster gegen neue dreifachverglaste ausgetauscht.
Die Eigentümer haben sich vor Finanzierung der Umbauarbeiten gründlich informiert und schließlich auch öffentliche Fördermittel von BAFA und KfW-in Anspruch genommen. Diese öffentlichen Mittel wurden übrigens heuer noch einmal deutlich aufgestockt, um Anreize für die Sanierung zu schaffen. Interessierte können sich im Landratsamt zu den vielfältigen Fördermöglichkeiten informieren: es gibt hierzu neue Broschüren und auch individuelle Auskünfte. Auch in den Gemeinden liegen oft Förderprogramme auf und so lohnt sich die Mühe, sich vor Ort zu erkundigen.

Sanierungstreffs sind ein Erfolgsmodell

Besichtigung einer sanierten Doppelhaushälfte in Hechendorf


Die Sanierungstreffs in Gauting, Herrsching, Starnberg und Gilching waren insgesamt gut besucht. Die Teilnehmer äußerten ausgesprochenes Lob über dieses für sie wertvolle Programm. Es habe ihnen geholfen, die für sie und ihre Gebäude-Objekte richtigen Entscheidungen zu treffen und sich kundig zu machen zu verschiedensten relevanten Themen. Einige berichteten auch, dass ihnen die Angst genommen wurde, das Thema Sanierung überhaupt in Angriff zu nehmen, weil an konkreten Beispielen aufgezeigt wurde, wie viel man tatsächlich selbst leisten kann. Beispiele gab es genug, wie das Verlegen von Böden oder der Einbau einer Photovoltaik-Anlage. Durch die regelmäßigen Treffen wurden Kontakte innerhalb der Gruppe aufgebaut, sodass sich die Teilnehmer nun auch gegenseitig um Rat und Hilfe bitten können und sich nicht mit dem Thema allein gelassen fühlen. Auch wurden bei den Sanierungstreffs Kontakte zu kundigen Handwerkern ausgetauscht und Orientierungshilfen empfohlen.
Die Auswertung der Fragebogen, die alle Teilnehmer erhalten haben, fällt durchwegs positiv aus. Auch die Referenten und Moderatoren bestätigten bei der Abschlussrunde das Konzept. Auf die ersten Nachfragen, wie es mit der Reihe der Sanierungstreffs weitergeht, konnte Josefine Anderer-Hirt daher bereits eine Fortsetzung der Sanierungstreffs ankündigen. Gerne werden nun Vorschläge und Anregungen aufgenommen, um das Programm kontinuierlich weiter zu entwickeln. Voraussichtlich im Herbst werden dann die Termine für die nächste Runde der Sanierungstreffs bekannt gegeben.

Quelle: Landratsamt Starnberg
Foto: brainding, Evelyn Villing

Windenergie: Sorgt mehr Abstand für mehr Akzeptanz?

23. Mai 2015/in Erneuerbare Energien, Windenergie /von Energiewendeverein Starnberg

Überzeugte Windkraft-Gegner fordern von Politikern mehr Abstand zur Wohnbebauung. Damit wird suggeriert, dass mit größeren Abständen zu Siedlungen mehr Akzeptanz erreicht wird. Landläufig wird dieser Argumentation so sehr geglaubt – insbesondere von Politikern -, dass sie nicht zuletzt in Bayern zur 10-H-Regelung geführt hat. Doch der Abstand von Windrädern zu Wohnanlagen korreliert nicht mit der Akzeptanz, wie  eine aktuelle Studie der Universität Halle-Wittenberg zeigt.
Viele Windkraftgegner argumentieren: Je weiter eine Windanlage von Dörfern und Gemeinden weg ist, desto besser. Am besten wäre natürlich, wenn es gar keinen Sichtkontakt mehr gäbe.  Bayern führte deshalb im vergangenen Jahr die sogenannte 10-H-Regelung ein. Diese besagt, dass der Abstand einer Windkraftanlage zu Wohnhäusern das Zehnfache ihrer Höhe betragen muss, es sei denn, die Gemeinde stellt in einem langwierigen Verfahren einen Bebauungsplan auf und findet für den Abstand eine eigene Regelung, z.B. nach den Vorgaben des  Bundesimmissionsschutzrechts und der TA Lärm. Wird jedoch 10 H angewendet, bedeutet dies bei modernen Anlagen, die bis zu den Rotorblattspitzen rund 200 Meter Höhe erreichen,  einen Abstand von zwei Kilometern zu Wohngebieten. Gerade in Südbayern bedeutet 10 H eine drastische Einschränkung und behindert den Zubau von Windenergie. Dies wiederum widerspricht den nach wie vor auch in Bayern bestehen Ausbau- und Energiewendezielen.
Doch wie ist es wirklich? Der aktuellen Untersuchung der Forschergruppe um Prof. Hübner und Dr. Pohl zufolge, besteht keinerlei Zusammenhang zwischen Akzeptanz und Abstand zu Windrädern. Außerdem ist auch nicht die Mehrheit gegen Windenergie, sondern vielmehr gelingt es der Minderheit der aktiven Windenergiegegner, die passive Mehrheit mit ihren Behauptungen zu den negativen Wirkungen von Windrädern auf Gesundheit und Umwelt zu verunsichern.
Über mehrere Jahre haben die Forscher mehr als 1.300 Personen, die in unmittelbarer Nähe zu Windanlagen wohnen, zu ihren Probleme und Sorgen mit Windanlagen befragt. Heraus kam, dass die Beschwerden relativ unabhängig davon waren, wie nahe eine Anlage vom Wohnort der Befragten entfernt ist und ein enger Zusammenhang zwischen den Einstellungen der Anwohner zur Windenergie allgemein und den lokalen Windrädern besteht: Wer positiv zur Windenergie eingestellt war, war es auch eher gegenüber den Anlagen vor Ort. Die Untersuchung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg entlarvt somit die Abstandsdiskussion der Windkraftgegner als Propaganda.
Ein Zusammenhang zwischen Abstand und Akzeptanz ist am ehesten bei der Geräuschbelästigung festzustellen: Bei einem Abstand von unter 800 Metern zum Haus geben etwas über 20 Prozent der Befragten an, sich gestört zu fühlen, bei 1.200 Metern sind es nur noch knapp vier Prozent. Allerdings steigt die Zahl der „Geschädigten“ ab 1.400 und bei über 2.000 Metern wieder an. Bei den allgemeinen Belästigungen wie dem Rotorschatten, dem Landschaftsbild oder der Drehbewegung verschwimmt der Zusammenhang von Abstand und Beschwerdeumfang noch mehr.
„Unsere Daten zeigen eindeutig, dass wir die Akzeptanz der Windenergie nicht über Abstandsregelungen lösen werden“, erklärt Gundula Hübner von der Universität Halle. „Es muss endlich sachlich über die wirklichen Ursachen der Ablehnung von Windanlagen diskutiert werden“, meint die Professorin. Sie hat zusammen mit den Autoren der Studie vor Ort mit Windkraftgegnern und Befürwortern diskutiert und deren Meinungen in Zahlen gefasst.
Dabei kam heraus, dass die meisten Bedenken das veränderte Landschaftsbild und die Geräuschentwicklung betreffen. Allerdings korrelieren auch hier die Zahlen nicht wirklich; im Durchschnitt liegen die schlechtesten Werte auf der Skala genau auf der Mitte zwischen die Windanlage „stört gar nicht“ und „stört sehr“. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind beispielsweise laut den Befragungen verschwindend niedrig. Insgesamt sind es laut Studie zwischen sechs und 18 Prozent der Befragten, die sich – warum auch immmer – durch Windanlagen beeinträchtigt fühlen.
Emotionale Ablehnung und gefühlter Bedrohung ist so nicht beizukommen
Die Auswertung von Untersuchungen zeigt durchgängig, dass die Regularien des Bundesimmisionsschutzes ausreichend sind, um die Bürger und die Umwelt vor schädlichen Auswirkungen zu schützen, und dass es bei den geäußerten „erlebten“ Beschwerden kaum darauf ankommt, wie weit die Anlage weg ist. So halten Anwohner, die zwei Kilometer weit weg wohnen, die Windanlagen häufiger für eine allgemeine „Bedrohung“, als Anwohner, die weniger als zwei Kilometer entfernt wohnen.
Windenergieanlagen (WEA) gelten bei Gegnern – nsbesondere ohne Vorerfahrung – als stark geräuschbelästigend. Windräder sollen dadurch Stress verursachen und sie seien krankmachend. Auch hier zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass Anwohner eines Windparks diesen  mehrheitlich als nicht geräuschbelästigend empfinden.
Wenn Abstandsregelungen also nicht die Lösung gegen das „Bedrohungsgefühl“ und subjektiv empfundene Beschwerden sind, was kann man dann tun? Konsequent und frühzeitig die Bürger informell beteiligen, damit diese sich eine Meinung ohne die Angstrhetorik von Windkraftgegnern bilden können. So können die Anregungen und Bedenken der Anwohner aufgenommen und gemeinsam bearbeitet werden, ja sogar in die Gestaltung von Windparks aber auch die Entwicklung von Windrädern können Beobachtungen und Vorschläge der Bürger einfließen.
Die Mehrheit ist für Windenergie
Schließlich sind die meisten Bürger auch vor Ort für die Windenergie und für erneuerbare Energien, sie verhalten sich aber passiv und müssen daher aktiv über Vorhaben informiert werden. Bürgerinitiativen gegen Windkraftanlagen haben zwar Hochkonjunktur, doch die passiven Bürger gegen Windenergie sind mit 15 % in der Minderheit, nur  2-3 Prozent treten aktiv gegen erneuerbare Energien und Windräder ein; dies jedoch sehr lautstark. Sie ziehen zur Durchsetzung ihrer Interessen alle Register und auch alle nur erdenklichen Argumente heran, die ihre Überzeugung stützen: von Schäden durch unhörbaren Infraschall bis zum zigtausendfachen Vogelschlag an Turbinen. Umso wichtiger ist es, den möglicherweise von einem Windenergieprojekt betroffenen Bürgern, die sich in einem steten Meinungsbildungsprozess befinden, umfassenden Zugang zu sachlicher Information zu verschaffen, den gesamten Prozess transparent zu machen, in den Dialog zu treten und die Bürger auch direkt zu konsultieren.
„Die Menschen dürfen nicht einfach von Windparkprojekten überrollt werden“, sagt Gundula Hübner. Ressentiments seien schnell geschürt und entstünden vor allem, wenn sich die Menschen zu wenig informiert und ausgeschlossen fühlen, so die Wissenschaftlerin.

Finanzielle Bürgerbeteiligung führt zu mehr Akzeptanz

Werden Bürger finanziell an Windrädern beteiligt, steigt die Akzeptanz erheblich, wie ebenfalls die o.g. und andere Untersuchungen und Praxisbeispiele zeigen. So zeigt die Schattenwurf-Studie von Hübner et al., dass nicht der Abstand, sondern eine finanzielle Beteiligung in Zusammenhang mit der Akzeptanz stand: Auch im Nahbereich war die durchschnittliche Einstellung bei finanziell Beteiligten positiv, aber negativ bei Nicht-Beteiligten.

Fazit

„Je mehr die Menschen in den Prozess eingebunden werden, desto rationaler entscheiden sie“, meint auch Ko-Autorin Hübner. Und laut der Studie hat es ja vor allem emotionale Gründe, dass der Windkraft solche Ablehnung widerfährt. Gegen ein stures „Find ich einfach hässlich“ kann man eben nicht viel ausrichten. Allerdings war das stärkste gemessene Gefühl der Befragten weder Wut noch Freude, sondern Neugier.
Umso wichtiger ist es, die Öffentlichkeit so früh wie möglich in die Entwicklung von kommunalen Energiekonzepten, zu denen je nach Region eben auch unverzichtbar die Windenerige zählt. Dabei muss sichergestellt werden, dass alle Bürger – also nicht nur die engagierten, gebildeten Bürger – Zugang zu Information und Beteiligung erhalten, so dass eine wirkliche Meinungsbildung auf allen Ebenen stattfinden kann. Erst am Ende eines gemeinsamen Prozesses können Entscheidungen dann qualifiziert getroffen werden – und das kann dann auch ein Bürgerentscheid sein.
Quelle: Dr. Pohl, Universität Halle-Wittenberg
Verfasserin: Evelyn Villing, Energiewende Landkreis Starnberg e.V.

IWES untersucht Fragen zur "Wärmewende"

11. Mai 2015/in Mitmachen /von Energiewendeverein Starnberg

„Langfristig ist der Einsatz eines hohen Anteils von regenerativ erzeugtem Strom im Wärmemarkt unabdingbar, um die Klimaziele zu erreichen“, fasst Projektleiter Norman Gerhardt vom Fraunhofer IWES die Ergebnisse seines Forschungsprojekts „Interaktion EE-Strom, Wärme und Verkehr“ zusammen.
Der Wärmesektor macht heute über die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland aus – trotzdem liegt die Nutzung Erneuerbarer Energien in diesem Bereich noch meilenweit entfernt von den Wachstumszahlen der Erneuerbaren im Stromsektor. Genau dies nahmen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fraunhofer Institute IWES und IBP zum Anlass ihrer Untersuchung, mit der sie die wichtigsten Fragen rund um die unabdingbare „Wärmewende“ klären wollten, wie z.B.: „Welches sind die Schlüsseltechnologien für den Wärmesektor?“, „Welchen Einfluss nimmt die energetische Gebäudesanierung?“ oder „Wo stehen der erfolgreichen Wende im Wärmebereich wirtschaftliche und regulatorische Hürden im Weg?“
Die vollständige Pressemitteilung mit den Kernergebnissen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts finden Sie auf der Website des Fraunhofer IWES.
 
Bild: Florian Methe, www.pixelio.de
Quelle: Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

Metaanalyse zu Klimaschutz und Treibhausgasen

1. April 2015/in Klimawandel + Klimaschutz, Lesetipps /von Energiewendeverein Starnberg

Eine neue, 22-seitige Metanalyse vergleicht die Aussagen von insgesamt 11 Studien zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Darin vergleicht das ZSW im Auftrag der AEE die aktuellen Entwicklungstrends mit Szenarien, die sich an den bestehenden Klimaschutzzielen orientieren. Im Ergebnis wird deutlich, dass es eine Lücke zwischen Ziel und Wirklichkeit gibt, die im Zeitverlauf immer größer zu werden droht.
Im Fokus der Metaanalyse von Forschungsradar Energiewende stehen die Aussagen verschiedener Studien und Szenarien zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Dabei werden die aktuellen Entwicklungstrends mit Szenarien verglichen, die sich an den bestehenden Klimaschutzzielen orientieren. Der Studienvergleich vermittelt damit einen Eindruck, inwieweit Deutschland auf dem Weg ist, seine Klimaschutzziele zu erreichen, bzw. wie groß die Lücke ist.
Zusätzlich werden die Ergebnisse der Szenarien zum Anteil der Erneuerbaren Energien, zur Entwicklung der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen sowie zur Preisentwicklung von CO2-Zertifikaten im europäischen Emissionshandel betrachtet. All diese Faktoren beeinflussen den Treibhausgasausstoß in Deutschland und liefern somit Ansatzpunkte zur Erklärung der beobachteten Entwicklung bzw. für politische Steuerungsmaßnahmen.
Die vorliegende Metaanalyse betrachtet die bisherige Entwicklung sowie 17 verschiedene Szenarien für die Jahre 2020, 2030, 2050, zum Teil auch 2060 aus insgesamt 11 Studien mit Veröffentlichungsdatum ab 2011. Sie können die Zusammenfassung hier herunterladen: AEE_Metaanalyse_Treibhausgase_mrz15
Ebenfalls in diesem Zusammenhang interessant ist die Forschungsradar-Metaanalyse „Entwicklung des Energieverbrauchs“

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